auf deutsches Bild gefächerte Handkarte Skat | Neues Weimarer Bild
auf französisches Bild gefächerte Handkarte

Fragen und Antworten


Wer steckt eigentlich hinter dem Neuen Weimarer Bild?

SkatrundeLinks: Steffen Knabe, Verleger aus Weimar (Verlagsgruppe Knabe, wozu der Tourist-Verlag gehört). Er hatte den Mut, die Idee umzusetzen und das Kartenspiel auf den Markt zu bringen.

Mitte: Matthias Opatz, Hobby-Skatspieler aus Weimar, hatte die Idee zu dem Spiel und hat das Projekt immer wieder angeschoben. Er hat auch das beiliegende kleine Regelheft geschrieben.

Rechts: Matthias Seifert, Zeichner und Illustrator aus Weimar. Da er selbst (noch) kein Skatspieler ist, war das für ihn Neuland. Mit leichtem, comichaftem Strich und einer Prise Humor, aber orientiert an klassischen Kartenmotiven, hat er ein modernes, neues Spielkartenbild geschaffen.

Foto: Ingo Glase, Thüringer Allgemeine (Klick aufs Bild: größere Ansicht)

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Was hat das Ganze mit Weimar zu tun?

Erfinder, Illustrator und Verlag kommen alle aus Weimar, einer Stadt, die gut zu deutsch-französischer Verständigung passt, die in Weimar eine lange Tradition hat. Es war 1806, als Herzogsgemahlin Luise und Schuster Petri beim bei Jena siegreichen Napoleon vermittelten und weitere Plünderungen und die Schlosseinnahme verhinderten. Heute steht das Weimarer Dreieck für gute Beziehungen zu Frankreich (und Polen). Private Verbindungen fördert die in Weimar ansässige Deutsch-Französische Gesellschaft. In Weimar ist zudem eines von zwölf französischen Honorarkonsulaten angesiedelt. Auch wenn das deutsche und französische Bild keine tatsächlichen nationalen Angelegenheiten sind, so ist es doch auch eine Art Völkerverständigung, die den verschiedenen Kartenblättern zugeneigten Spieler zum gemeinsamen Spiel an einen Tisch zu bringen.

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Es gibt schon soo viele Skatblätter. Was ist denn daran neu?

Kongresskarte (ASS Altenburger)Das Kartenbild vereint das französische und das deutsche Kartenbild auf neue Weise, durch diagonale Platzierung der jeweiligen Zeichen. Jeweils links stehen die deutschen Farben und Wertkürzel, rechts die französischen. Daran ändert sich auch nichts, wenn Sie die Karte um 180 Grad drehen.
 
Turnierbild (ASS Altenburger)Das unterscheidet sie vom Kongressbild
(Bild links) mit zwei verschiedenen Halbkarten, die man fallweise drehen muss. Und das Neue Weimarer Bild zeigt die richtigen deutschen Farben, nicht nur eingefärbte französische Farbzeichen wie das Turnierbild des Deutschen Skatverbands (rechts).
Vergrößern der Bilder: Draufklicken.

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Historisch gewachsene Verbreitung französischer und deutscher Spielkarten im deutschen SprachraumWozu soll das gut sein, deutsches und französisches Bild zu kombinieren?

Aus dem im Raum Italien/Spanien verbreiteten älteren Spielkarten mit den vier Farben Stab, Schwert, Kelch und Münze (Beispiel auf Wikipedia) haben sich im ausgehenden Mittelalter regional Kartenbilder entwickelt, insbesondere solche mit französischen Farben (Kreuz, Pik, Herz und Karo) und solche mit deutschen Farben (Eichel, Grün, Rot und Schellen). Zur Entstehungszeit war Mitteleuropa politisch stark zergliedert mit unterschiedlichen Abhängigkeiten (Karte). Seitdem ist die Verbreitung der einzelnen Blätter im heutigen deutschen Sprachraum historisch gewachsen und regional verteilt. Ganz grob lässt sich über Deutschland sagen: Im Westen und Norden wird traditionell mit französischem Bild gespielt, in Mitteldeutschland und im Süden wird traditionell mit deutschem Bild gespielt. Nebenstehende Abbildung entstand auf der Basis einer Wikipedia-Karte und zeigt die historische regionale Verbreitung des deutschen (gelb) und des französischen Bilds (türkis).

DDR-Skatbuch in zwei AusgabenDie regional unterschiedliche Tradition führte zum Beispiel dazu, dass in der recht kleinen DDR das Standard-Skatlehrbuch in zwei Ausgaben erschienen ist (rechtes Bild). Dies nur als Beleg, dass die auch heute an Skattischen oft gestellte Frage "Womit spielen wir – mit deutschem oder französischem Blatt?" keine Ost-West-Frage ist. Überall dort. wo Kartenspieler aus verschiedenen Teilen Deutschlands zusammenkommen, sei es durch Montage, Urlaub oder Kongresse, sei es nach Umzug in eine andere Gegend, stellt sich diese Frage. Und wie auch immer die Antwort ausfällt: Diejenigen, die sich  auf ein für sie ungewohntes Kartenbild umstellen müssen, kostet das Mühe, Zeit und manchmal auch Erfolg im Spiel.

Daher ist ein Hybridblatt, das beide Farbsystem kombiniert, eine gute Idee. Beide Seiten kommen einen Schritt aufeinander zu, ohne dass sich jemand komplett umstellen muss.

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Ist wirklich vorher noch niemand auf diese Idee gekommen?

Auf andere Ideen schon, auf genau diese Idee offenbar nicht. Kostproben zu historischen Vorgängerversuchen für kleinere oder größere Kompromisse zwischen deutschen und französischen Kartenbildern kann man diesem Aufsatz (PDF) entnehmen.

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Wo bekommt man das Spiel?

Ist das Kartenspiel für Skatturniere zugelassen?

Jein! Für offizielle Meisterschaften und Punktspiele des Deutschen Skatverbands ist das Turnierbild (siehe oben) vorgeschrieben. Für sonstige Turniere gilt das, was der Veranstalter vorgibt. Das kann das Französische Bild sein, das kann das Deutsche Bild sein (oder seine Spielart Bayerisches Bild), das kann aber auch gern das Neue Weimarer Bild sein.

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verschiedene KartenbilderIch bin Altenburger Bild gewohnt. Warum sollte ich mich umstellen?

Wenn sich alle Beteiligten einig sind, spricht nichts dagegen, mit dem Deutschen Bild oder mit dem Französischen Bild (aus Alterburg oder anderswo) zu spielen. Kartenspieler sind da sehr traditionell, sie haben sich an ihre jahrlang genutzen Kartenbilder gewöhnt und wechseln ungern.

Doch es gibt Situationen, im denen über die Wahl des Blatts keine Einigkeit besteht, weil ein Teil der Runde ein Blatt bevorzugt, das dem anderen Teil gar nicht schmeckt. Beide Seiten haben eben verschiedene Gewohnheiten und Vorlieben, die sie garnicht oder nur ungern aufgeben möchten. Für solche Runden ist das Neue Weimarer Bild gedacht. Es kommt beiden Seiten entgegen, und die Umstellung auf ein neues Kartenbild ist geringfügig. Eine kleine Hürde ist für manchen: Möglicherweise haben Sie sich eine bestimmte Richtung, in die sie ihr Blatt auffächern, angewöhnt, und müssten diese nun wechseln. Das ist nur am Anfang ungewohnt. Nach ausreichend vielen Spielen haben Sie das intus! 

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Kann man mit dem beiliegenden kleinen Regelheft wirklich lernen, Skat zu spielen?

Jein! Das Heftchen enthält die Grundregeln, mit denen man als Anfänger starten kann. Zum spielerischen Können gehören aber auch Erfahrung in der Bewertung des Handblatts, des Reizens und des Spielverlaufs sowie strategisches und taktisches Geschick. Diese Tugenden lassen sich nur durch Spielpraxis erwerben und verbessern. Es gibt reichlich weiterführende Literatur (Übersicht), diese kann die Spielpraxis aber nicht ersetzen (aber ergänzen und verbessern). Für Diskussionen und Fragen (auch Anfängerfragen) eignet sich das Skatforum 32.karten.de

Übrigens hat sich in das Regelheft ein kleiner Fehler eingeschlichen. Auf Seite 4 fehlt in der Illustration zum vierten Beispielstich eine Karte. Nehmen Sie's als Rätsel: Welche Karte könnte Vorhand hier gespiel haben, damit die Beschreibung passt? (Lösung
)

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Zwei Alte (Eichel-Ober/Kreuz-Dame)Gibt es das Neue Weimarer Bild auch für Doppelkopf?

Noch nicht, aber die Frage ist berechtigt: Doppelkopfspieler kennen bei regional gemischten Runden dieselbe heikle Frage wie Skatspieler: Womit spielen?  Der "Erfinder" spielt selbst gern Doppelkopf, und zwar als in Thüringen wohnender Sachse bevorzugt mit deutschem Bild. An seinem Stammtisch sitzen aber auch Spieler, die aus der Türkis-Gegend stammen. Vorerst hat er zwei Weimarsche Skatblätter zu einem Doppelkopfspiel zusammengestellt, denn der Verlag möchte erst einmal den Erfolg des Skatspiels abwarten. Die Herausgabe eine Doppelkopfspiels Neues Weimarer Bild ist aber zumindest denkbar. Wenn Sie ebenfalls gern ein solches Doppelkopfspiel hätten, schreiben Sie doch mal an den Verlag (Kontakt). Vielleicht hilfts!

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